Was ist das eigentlich, Gesundheit?

(Auszug aus dem Buch „Wenn die Seele den Körper nicht gesunden läßt“

6. A., 332 S. , 35 Abb., € 19.90. Ebertin-Institut Edition, Bad Wildbad 2007)

Wenn unsere Organe störungsfrei funktionieren, wir uns wohlfühlen und leistungsfähig sind, dann erleben wir uns als gesund. Übertragen auf unser Auto könnten wir sagen: Wenn wir uns in unseren Wagen setzen können, der Motor sich sofort starten läßt, wir stundenlang, ohne anhalten zu müssen, bequem fahren können, dann gehen wir davon aus, daß unser Fahrzeug, im Schwäbischen „Heiligsblechle“ genannt, in Ordnung ist.

Aber wehe, wenn der Motor nicht gleich anspringt, ein Geräusch zu hören ist, beim Bremsen die Räder ausscheren, Öl verloren wird, der Verbrauch an Kraftstoff zu hoch ist; dann werden wir nervös und suchen umgehend eine Reparaturwerkstatt auf. Schließlich wollen wir auf den geliebten Untersatz nicht verzichten und  weiterfahren!

Achten wir in gleicher Weise auf unseren Organismus? Nehmen wir Schmerzen so ernst wie die roten Warnlämpchen am Armaturenbrett unseres Autos? „Hand auf`s Herz!” Wer achtet schon genügend auf seine “Karosserie”, also das Skelett, die Knochen und Muskeln, die Haut? Und wie ist es mit unserem „Motor“, dem Herzen, dem Blutkreislauf, dem Stoffwechsel, den Gelenken, dem Nervensystem?

Nun gut, wenn wir schon erhebliche Schmerzen und an gewohnter Leistungsfähigkeit verloren haben, dann lassen wir nach der Diagnose suchen und begeben uns in eine Behandlung. Mit vermeintlich weniger Aufwand und ohne Verzicht auf lieb gewordene Gewohnheiten können wir jedoch Schmerz- und Schlafmittel einnehmen, die uns die „Warnlampen“ des Körpers vergessen und eine an sich nötige „Reparatur“ aufschieben lassen. Schließlich verfügen wir ja heute über Medikamente, die unsere Sichtweise, unsere Körperempfindungen, unsere Gefühle verändern, Kummer und Angst geringschätzen und alles leichter hinnehmen lassen. Eine Zeitlang können wir dann annehmen, daß „alles in Ordnung“ sei und wir abends getrost einschlafen können.

„Glückspillen“ und Beruhigungsmittel, die Tranquilizer, machen es möglich! Ein paar Zehn-Euroscheine pro Monat hingeblättert, und wir übersehen „die paar Kratzer“, die hörbaren Geräusche in Brust oder Bauch, die Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, die gelegentlich auftauchen.

Nichts gegen sinnvoll eingesetzte Heilmittel! Wir sind dankbar dafür und brauchen sie. Wir sollten aber den Missbrauch durch zu häufige und intensive Einnahme meiden, vor allem, wenn es sich um chemo-pharmazeutische Medikamente mit erheblichen Nebenwirkungen handelt.

Wir werden uns wohl fast alle „an der Nase packen“ müssen! Häufig nehmen wir unseren Körper und auch unsere Seele nicht ernst, wir über-gehen, über-sehen, über-hören, über-decken, überfahren sinnvolle Anzeichen und wundern uns nach Monaten oder Jahren, was inzwischen alles zu Schaden kam.

Laut einer Studie der „Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS)“ vom November 2006 sind heute in Deutschland genau so viele Menschen von Medikamenten abhängig wie vom Alkohol. Besonders süchtig nach Tabletten sind Frauen und ältere Menschen. Nach der Erhebung der DHS sind 1,4 – 1,9 Millionen Bundesbürger von Arzneien abhängig. Missbrauch und Abhängigkeit von Medikamenten sind in Deutschland ein Massenphänomen geworden. Die Studie konzentrierte sich vor allem auf Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Diese Angaben bedeuten, daß Tausende von Menschen in unserem Land ständig medikamentöse Hilfe suchen, um sich ihrer Gesundheit zu versichern oder sich Gesundheit vortäuschen zu lassen.


Gründe für dieses Verhalten können sein, daß viele Menschen leistungsfähig bleiben, Stress-Situationen vergessen, Müdigkeit und Erschöpfung übergehen und weiterhin so tun wollen, als ob sie nach wie vor im vollen Besitz ihrer Kräfte wären.

Wirklich gesund fühlen wir uns, wenn ... ja, was vorhanden ist? Kann man eigentlich Gesundheit beschreiben? Müßte man nicht zahllose Zustände beobachten, um damit zu erklären, was alles mit Gesundheit verbunden ist? Mit der Beschreibung von Krankheiten ist das einfacher: Wir zählen eine Reihe von Symptomen auf, und das ist es dann auch!

Was empfinden und fühlen Sie, wenn Sie gesund sind? 
Streichen Sie selbst an, was für Sie zutrifft

  • Ich kann mich bewegen (gehen, laufen, springen)
  • Ich kann handlungsfähig sein
  • Ich kann arbeiten
  • Ich kann Interessen pflegen, „Steckenpferde reiten“
  • Ich kann frei und unabhängig sein
  • Ich kann wegfahren, verreisen
  • Ich kann Lebensfreude haben
  • Ich kann Lebensziele entwickeln
  • Ich kann eine Schule besuchen
  • Ich kann eine Ausbildung machen
  • Ich kann eine Karriere aufbauen
  • Ich kann Freundschaften pflegen
  • Ich kann Partnerschaft/Ehe eingehen
  • Ich kann eine Familie gründen und Kinder haben
  • Ich kann die Zukunft gestalten
  • Ich kann Vorsorge treffen (gegen Krisen, Verluste)
  • Ich kann Angst bewältigen
  • Ich kann das Alter vorbereiten
  • Ich kann mich auf den Tod einstellen

Ich habe also Möglichkeiten und Chancen. Ich kann mein Leben optimal gestalten!

Verlieren wir uns nicht in Schwierigkeiten der Definition, greifen wir einfach eine Reihe von Empfindungen, Gefühlen, Zuständen heraus, die mit Gesundheit verbunden sein können. Die beiden Abbildungen 1  und 2 zeigen eine Auswahl, die mit Gesundheit zu tun hat. Aus der – sicher nicht umfassenden – Übersicht können wir entnehmen, daß den vorwiegend wohl angenehmen Gefühlen der Freiheit und Unabhängigkeit auch solche der Pflicht, der Verantwortung und des Verzichts auf bestimmte Privilegien des Kranken gegenüberstehen. Es hat also alles „zwei Seiten“, auch unsere Gesundheit!

 

Was empfinden und fühlen Sie, wenn Sie gesund sind?
Streichen Sie selbst an, was für Sie zutrifft.

  • Ich soll etwas für mich tun
  • Ich soll etwas für andere tun
  • Ich soll Leistungen erbringen
  • Ich soll Pflichten übernehmen
  • Ich soll Verantwortung tragen
  • Ich soll für andere sorgen
  • Ich soll Rücksicht nehmen
  • Ich soll auf Verwöhnung verzichten
  • Ich soll mit anderen teilen
  • Ich soll für andere bezahlen
  • Ich soll mich fortbilden
  • Ich soll Risiken eingehen
  • Ich soll andere Menschen in mein Leben einbeziehen
  • Ich soll mich finanziell und räumlich beschränken
  • Ich soll mich für lange Zeit festlegen
  • Ich soll „mit dem Schlimmsten rechnen“
  • Ich soll Mut zeigen und an „vorderster Stelle“ stehen
  • Ich soll mit der Vorstellung leben, daß eines Tages „alles vorbei“ ist
  • Ich soll für andere verteidigen und kämpfen

Ich habe mit einem Sollen und Müssen umzugehen. Gesundheit hat ihren Preis!

Wenn das so ist, dann wird auch Kranksein seine Vor- und Nachteile haben. Betrachten wir dazu die nächsten zwei Abbildungen 3 und 4. Beim Durchlesen und Anstreichen könnten wir kritisch, reserviert, skeptisch werden. Wir müssen uns tatsächlich überlegen, ob Krankheit auch „Mittel zum Zweck“ werden, dem Prestige, dem eigenen Selbstwertgefühl dienen kann.

„Mittel zum Zweck?“ werden Sie fragen. Kann etwas so Unangenehmes wie eine Krankheit zu etwas dienen? Bei einigem Nachdenken werden Sie vielleicht meinen, daß es auf die Art der Erkrankung ankommt. Haben nicht beispielsweise Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen vor Schulbeginn uns vor einer schlechten Klassenarbeit bewahren können? Oder konnte ein bestimmtes Leiden einen Wehrpflichtigen nicht von dem ungeliebten Wehrdienst befreien? Wurden wir durch eine Krankheit nicht von bestimmten Verpflichtungen entbunden? Erhielten wir nicht zusätzlich zum Urlaub einen Sanatoriumsaufenthalt? „Nun, ja, es kommt eben darauf an“, werden Sie vielleicht antworten.

Ein bisschen oder zeitlich überschaubar krank zu sein, mag ja annehmbar sein; aber für immer krank sein, vielleicht auf ein Bein zu verzichten, das amputiert werden musste, das ist wohl etwas anderes. Und trotzdem riskiert jeder Raucher ein Raucherbein, den Verlust eines oder beider Beine. Läßt er sich deshalb vom Rauchen abhalten? In der Mehrzahl der Fälle leider nicht.


Was empfinden und fühlen Sie, wenn Sie krank sind?

Streichen Sie selbst an, was für Sie zutrifft.

  • Ich lerne mit meinen Kräften haushalten
  • Ich lerne Zufriedenheit
  • Ich lerne Beschäftigung mit mir selbst
  • Ich lerne Innenschau und Meditation
  • Ich lerne Selbsthilfe
  • Ich lerne Bescheidenheit
  • Ich lerne „Loslassen“
  • Ich lerne Würde auch ohne Gesundheit gewinnen
  • Ich lerne Verpflichtungen auflösen
  • Ich lerne von bisherigen Aufgaben entbunden zu sein
  • Ich lerne auf Konkurrenzkampf zu verzichten
  • Ich lerne Rivalitäten aufzulösen
  • Ich lerne Neid zu überwinden
  • Ich lerne Chancen für andere anzunehmen
  • Ich lerne gute von schlechten Freunden unterscheiden
  • Ich lerne Zugang zu Transzendenz und Religion
  • Ich lerne verstehen und verzeihen
  • Ich lerne die Versuchung, andere zu erpressen
  • Ich lerne die frühzeitige Beschäftigung mit dem Tod

Ich gewinne Erkenntnisse, die vielen Gesunden fremd oder schwer einsehbar sein können.

Die beiden Übersichten 3 und 4 sollen uns helfen, die Vor- und Nachteile unserer Gesundheit wie auch möglicher Krankheit zu erfassen. Sie sollen zeigen, daß es sowohl für unsere Gesundheit als auch für unsere Krankheiten Vor- und Nachteile gibt. Wer kennt nicht das Wort: „Wer A sagt, muß auch B sagen“? Alles hat seine Konsequenzen, seine Licht und Schattenseiten!

Von einem Gesunden erwartet die Mitwelt Einsatz, Leistung, Engagement für die Schwächeren, beispielsweise im Sinne von Nachbarschaftshilfe, Spenden, Krankenkassenbeiträgen, Steuern, Wehrdienst.

Der Kranke erfährt Mitgefühl, Mitleid, Zuwendung, Hilfe, aber er muß auch Verzicht leisten und kann sich „in die Ecke gestellt“ und zurückgesetzt fühlen.

Was empfinden und fühlen Sie, wenn Sie krank sind? Streichen Sie selbst an, was für Sie zutrifft.

  • Ich muß mich zurück halten
  • Ich muß mit weniger als bisher zufrieden sein
  • Ich muß zuhause bleiben
  • Ich muß Aufenthalt im Krankenhaus annehmen
  • Ich muß Leistung abgeben
  • Ich muß Kontakte beschränken und/oder auflösen
  • Ich muß allein sein
  • Ich muß Manches/Vieles aufgeben
  • Ich muß auf bestimmte Speisen/Getränke verzichten
  • Ich muß Erfolgserlebnisse beschränken
  • Ich muß Lebensqualität einbüßen
  • Ich muß Operationen/Amputationen erdulden
  • Ich muß vorzeitig altern
  • Ich muß Ratlosigkeit erleben
  • Ich muß mich mit lebenslanger Krankheit abfinden
  • Ich muß auf Erotik/Sexualität verzichten
  • Ich muß Gehhilfen, Krücken in Anspruch nehmen
  • Ich muß Pflege durch andere Personen annehmen
  • Ich muß früher sterben

Ich muß vielfache Einschränkungen hinnehmen, die zum Teil Anteilnahme, Hilfe, Verständnis, Sorge, Mitleid, Schuldgefühle bei den Mitmenschen auslösen können.

Gegenwärtiger Genuß scheint höher geschätzt zu werden als späterer Verzicht auf gesunde Organe und Glieder, ganz einfach auf Lebensqualität! Der amerikanische Psychologe Bloomfield schrieb einmal:

„Die meisten von uns nehmen sich mehr vor, als sie jemals erledigen können. Wir kommen kaum zum Luftholen bei den unzähligen Pflichten, die wir haben, den Krisen zuhause, am Arbeitsplatz und zwischendurch, den sportlichen Aktivitäten, unseren gesellschaftlichen Verpflichtungen. Schließlich wollen wir uns ja auch noch amüsieren.

Wenn wir versuchen, mehr und mehr in immer kürzerer Zeit zu erledigen, wird der Körper sich früher oder später dagegen wehren. Menschen erleiden nicht `wie aus heiterem Himmel` einen Herzinfarkt oder entwickeln Magengeschwüre. Eine ernsthafte Krankheit schlägt dann zu, wenn man vorher schon jahrelang jeden Hinweis darauf, daß man eigentlich langsamer treten, Prioritäten noch einmal neu überdenken und auf Warnsignale des Körpers achten sollte, unterdrückt hat.“


Auch bei diesem Autor stoßen wir auf „Warnsignale des Körpers“, die oft nicht beachtet werden. So müssen wir tatsächlich annehmen, daß Krankheiten auch einen positiven Wert haben können.
Übrigens, wie sagte doch bereits der vorsokratische Philosoph Demokrit:

„Da flehen die Menschen die Götter an um Gesundheit und wissen nicht, daß sie die Macht darüber selbst besitzen. Durch ihre Unmäßigkeit arbeiten sie ihr entgegen und werden so selbst durch ihre Begierden zu Verrätern an ihrer Gesundheit!“


Von Jahr zu Jahr steigen die Mitgliedsbeiträge der Krankenkassen und die Kosten für Medikamente an. Ist das nicht ein Eingeständnis, daß viele von uns sich ohne Medikamente nicht am Leben halten können? Nachdenken darüber ist angebracht, wie wir uns auf natürliche Weise bis ins hohe Alter gesund erhalten können. Denken wir nur einmal an so etwas Einfaches wie das morgendliche Tautreten oder die Fußbäder zur Förderung der Durchblutung!

 

Und was sich außerdem anbietet, ist eine ausgewogene, biologisch-sinnvolle Ernährung mit ausreichend Mineralstoffen und Vitaminen. Aber wo ist das heute noch möglich?
Ausgelaugte Böden, einseitige chemische Düngung, entwertete „Feinkost“, Umweltgifte und vieles andere mehr lassen unseren Körper nach frischem Wasser und Vitalstoffen hungern. Eine optimale Hilfe bietet sich durch die Fa. LaVita an, die ein hochwertiges Basiskonzentrat anbietet. Weitere Informationen dazu im Internet: www.lavita.de.

Das Buch „Wenn die Seele den Körper nicht gesunden läßt“ kann über das Pranahaus, den Buchhandel oder direkt vom Ebertin-Institut Edition, 75323 Bad Wildbad, bezogen werden.

 
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