Organspende – Organtransplantation Ja oder nein?

Seit den Zeiten des antiken Arztes Hippokrates (460 – 370 v. Chr.) galten Leichenflecke und Totenstarre als sichere Zeichen für den Tod eines Menschen.

In den letzten Jahrhunderten wurden der Stillstand der Atmung und des Herzschlages als sichere Zeichen für das Ende des Lebens angesehen: Das Leben wurde „ausgehaucht“, das Herz hatte aufgehört zu schlagen.

Seit der ersten Herztransplantation von Professor Christian Barnard im Jahre 1967 gilt die sogenannte Hirntod-Definition: Das Ende der meßbaren Gehirntätigkeit als Zeichen für die Unumkehrbarkeit, in das Leben zurückzukehren, soll Zeitpunkt des Todes sein.

Auf dieser Annahme beruhen die gesetzlichen Regelungen für die Entnahme von Organen aus dem noch lebenden Körper von Organspendern und der anschließenden Transplantationen in Organempfänger.

Um Rechtssicherheit für Ärzte und Operationsteams bis hin zu den Hinterbliebenen zu schaffen, wurde am 1. November 2012 das „Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantations-Gesetz“ in Kraft gesetzt. Damit wird das Ziel, die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland  zu erhöhen, gesetzlich verankert.

Das Gesetz sieht eine breite Aufklärung der Bevölkerung über die Möglichkeiten der Organ- und Gewebespende vor. Wie diese Aufklärung aussieht, zeigen die nachstehenden „Informationen bei Interesse an Organspender-Ausweis“ im Internet:

Informationen bei Interesse an Organspender-Ausweis

(Quelle: http://www.organspendeausweis.biz/Grundwissen.htm)

„Wenn der Mensch gestorben ist, kann man die Herztätigkeit apparativ ersetzen und die Atemluft von außerhalb des Körpers maschinell in die Lungen leiten.   Dadurch wird der Leichnam vor dem Verfall bewahrt. Die Gehirnzellen arbeiten aber nicht mehr.

Den Ausfall von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm nennt man Hirntod. Er ist nach medizinischem Erkenntnisstand ein sicheres Todeszeichen.

Die leibliche, seelische, körperliche, geistige und physische Lebenseinheit hat unwiederbringlich ihr Ende gefunden. Außer dem Herzstillstand kann der Hirntod auch durch Hirnblutung, Schädel-Hirn-Trauma oder Hirntumor eintreten …

Transplantationsgegner sagen: `Der Hirntod ist kein Todeszeichen`. Sie geben wohl zu, daß beim Hirntod alle Hirnfunktionen unwiderruflich ausfallen. Sie vermuten aber, daß  der Betreffende vielleicht noch nicht tot sei … Auch die Kirchen sind vom Lebensende beim Hirntod überzeugt.“

Diese offizielle Stellungnahme der Bundesregierung blieb bisher nicht unwidersprochen. Deshalb sollen nachfolgend eine Reihe von Zitaten genannt werden:

Zitate zur Organtransplantation

Herz-Chirurg Professor Kurd Stapenhorst (Universitäts-Klinikum des Saarlandes)
„Im Hirntod-Konzept steckt eine unzulässige Überbewertung des Gehirns… Die Aufspaltung des Organismus in ein übergeordnetes, steuerndes, die menschliche Person verkörperndes Gehirn ist medizinisch-biologisch falsch.“

Religionswissenschaftler und Philosoph Professor Hans Jonas (1902 – 1993)
Der Philosoph Hans Jonas, der die Anfänge der Organtransplantation in den USA erlebt hatte, bezeichnete diese neue Medizin später als Vivisektion und lehnte sie als inhuman ab. Nachdem er vergeblich gegen die Gleichsetzung von „Hirntod“ mit dem Tod des Menschen gekämpft hatte, sagte er, daß wohl nur die Zeugnisse von Betroffenen, speziell von Müttern, ein Umdenken bewirken könnten.

Deshalb nachstehend der Bericht einer Mutter.

Eine Mutter, die ihren Sohn verlor
„Da waren die drängenden Hinweise des Arztes, ein anderes Kind müsse sterben, wenn wir nicht zustimmen würden …“

„Ich gab den Kampf um meinen Sohn auf. Eine ungeheuerliche Situation: Ich wende mich von meinem Kind ab, das warm ist, lebendig aussieht und behandelt wird wie ein Lebender, weil der Arzt sagt, mein Kind ist tot.“

Vor der Beerdigung:
Als die Mutter ihren Sohn vor der Beerdigung und nach der Organspende noch einmal sieht, erinnert sie der Körper „an ein ausgeschlachtetes Auto, dessen unbrauchbare Teile lieblos auf den Müll geworfen wurden.“

Die Mediziner hatten ihrem Sohn Herz, Leber, Nieren und die Augen entnommen, sogar die Beckenkamm-Knochen hatte man aus dem Körper herausgesägt.

„Zerlegt in Einzelteile war er dann über Europa verteilt worden. Er war zum Recyclinggut geworden.“

(Quelle: R. Greinert, Organspende – nie wieder. Emu-Verlags- und Vertriebs-GmbH)

In den letzten Jahren erschienen eine Reihe von Büchern, die sich mit Organspendern und Organempfängern befaßten. Deren Stimmen sollten gelesen, sehr ernst genommen  und in ihrem Für und Wider möglichst sachlich gewertet werden. Zu fragen ist dann, ob durch eine Organspende wirklich so etwas wie ein würdiger Tod und ein trostspendender Abschied für die Hinterbliebenen möglich ist.

Nachstehend Zitate aus dem Buch „Herzloser Tod – Das Dilemma der Organspende (2. A., Stuttgart 2001):

Ulrike Baureithel und Anna Bergmann
Herzloser Tod – Das Dilemma der Organspende
(2. Auflage, Stuttgart 2001)

„Hirntote sind Sterbende …“ Organentnahme hat „den Charakter einer Folter …“

„Die Leiche kann während der Organ-Entnahme ein bemerkenswertes Spektrum an sonst gültigen Lebenszeichen aufweisen, die dem Totenstatus des Patienten absolut widersprechen.

Einmal abgesehen von dem lebendigen Herzen, dessen normaler Schlag auf dem laufenden EKG-Monitor bildlich und akustisch im Operationssaal gegenwärtig ist, ist bei Hautschnitten oder bei der Öffnung des Bauchfells mit einer ansteigenden Herz-frequenz und einem höheren Blutdruck, außerdem mit Hautrötungen, Schweiß-Sekretionen oder mit Bewegungen (Lazarus-Zeichen) zu rechnen.“

Sehr zum Nachdenken regen auch die berichteten Persönlichkeits-Veränderungen bei Patienten, die eine Organspende erhielten, an. Hierzu sei auf die Berichte auf dem Buch von Claire Sylvia, Herzensfremd – Wie ein Spenderherz mein Selbst veränderte, (Hamburg 1998) verwiesen.

Eine bisher schüchterne Hausfrau änderte nach einer Nieren-Transplantation ihr Verhalten: Sie wurde immer öfter aggressiv und entwickelte eine Vorliebe für Boxkämpfe und American Football: „Es ist ein ganz neues Leben. Ich spüre förmlich den Spender in mir weiterleben …“
(Der Spender starb mit 18 Jahren durch einen Unfall, liebte Sport über alles.)

Die Tänzerin Claire Sylvia entwickelte nach der Transplantation neue Vorlieben: Sie trinkt Bier, ißt im Schnellimbiß Bratwurst, Hühnerfleisch, hat keine Lust mehr zu kochen, entwickelt enorme körperliche Ausdauer, friert nicht mehr, schwitzt häufiger, spürt in sich Rastlosigkeit.

Claire Sylvia hatte auch Träume vom jungen Organspender Tim, 5 Monate nach der Transplantation: Sie spürte, daß er der Organspender sei, sie fühlte, daß Tims Seele in ihr weiterlebt. Bald darauf träumte sie wieder von ihm, und im Traum kommt es zwischen ihr und ihrem Organspender zur Versöhnung:

„Dann küssen wir uns. Und während wir uns küssen, atme ich ihn in mich ein. Es fühlt sich an wie der tiefste Atemzug, den ich je getan habe. Und in diesem Augenblick weiß ich, daß Tim für immer bei mir bleibt.“

Claire Sylvia begab sich auf die Suche nach der Familie des Organspenders: Er hieß tatsächlich Tim, war mit 18 Jahren bei einem Motorrad-Unfall zutode gekommen, trank am liebsten Bier, und sein Lieblingsessen war gebratenes Hühnerfleisch.

Die Tänzerin Claire Sylvia gründete nach dem Empfang der Organspende eine Selbsthilfe-Gruppe. Aus dem Gedankenaustausch mit vielen Organ-Empfängern entstanden eine Reihe von Berichten. Einige davon klingen positiv, so wie der Dank für ein wiedergewonnenes Leben, trotz der erheblichen Einschränkungen durch Schonung und ständige Einnahme von  Medikamenten, die die Abstoßung fremden Gewebes verhindern sollen. Andere Stimmen deuten auf erhebliche Gewissensnöte:

Das Leid von Organ-Empfängern:

„Einen Großteil der Zeit waren wir elend und verstört oder starr vor Angst …“

„Es kotzt mich an, daß jeder ständig sagt, was ich für ein Glück habe, daß ich noch lebe. Mir geht`s sauschlecht! Ich versuche immer noch, mit der Zeit fertig zu werden, als mir zum Sterben die Kraft fehlte …“

„Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie oft ich am Telefon liebreizend daherrede, und wenn ich den Hörer auflege, würde ich mich am liebsten umbringen. Ich kann nur sagen, dagegen war mein voriges Leben Gold …“

„Ich glaube, daß der Geist meines Spenders noch in der Nähe ist, und in diesem Sinne ist er immer noch am Leben …“

Wer offen ist für Überlegungen, wonach mit dem Lebensende „nicht alles vorbei“ ist, sondern es ein Fortleben der Seele nach dem Tod des Körpers gibt, kann vielleicht nachvollziehen, daß die Seele des inzwischen toten Organspenders durch eine Phase der Orientierungslosigkeit gehen kann: Der bisherige eigene Körper ist nicht mehr vorhanden, der Körper mit dem transplantierten Organ ist nicht der eigene Körper, aber ein Teil des bisherigen Körpers ist mit einem fremden Körper verbunden.

Die Berichte der Organempfänger können vermuten lassen, daß die Seele des Organspenders sich zeitweise oder auch für längere Zeit sich an den Körper des Organempfängers bindet. Daraus lassen sich deren Persönlichkeitsveränderungen erklären. Fazit daraus sind dann gleichsam „die zwei Seelen in der Brust“, eine Art Besetztsein des Körpers von mindestens zwei Seelen.

Was nicht auszuschließen ist, daß ein Kampf zweier Seelen um einen Körper entsteht. Lösbar wäre ein solcher Konflikt nur, indem Versöhnung entsteht, verbunden mit der Fürbitte für den Organspender, daß er seinen Weg in die Transzendenz findet und dabei Hilfe von Engeln und geistigen Führern erhält. Hierauf wird in dem Buch „Versöhnung zwischen Hier und Drüben“ des Reinkarnations-Therapeuten Dr. Baldur R. Ebertin eingegangen.

(Baldur R. Ebertin, Versöhnung zwischen Hier und Drüben. Ebertin-Institut Edition, Bad Wildbad 2013. Lieferung über www.epubli.de oder Buchhandel. € 16.99, E-Book € 12.99).

 
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