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Mobbing - Menschliches Verhalten in der Gegenwart und VergangenheitMit dem Begriff Mobbing werden heute zwischenmenschliche Verhaltensweisen bezeichnet, die in den westlichen Ländern in den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden sind, gravierende körperliche, seelische und auch wirtschaftliche Schäden auslösten und bis heute fortwirken. Hintergrund hierfür war und ist meistens die Angst um den eigenen Arbeitsplatz. Folge: Man muß die anderen einerseits „schlecht machen“, andererseits die eigenen Leistungen in den Vordergrund rücken.
Der aus dem Amerikanischen übernommene Begriff Mobbing leitet sich von dem Wort Mob ab, das sich aus dem lateinischen Begriff mobile vulgus entwickelte, der für die aufgebrachte Volksmenge entstand. In unserer heutigen Sprache verstehen wir unter Mob so etwas wie Pöbel, Gesindel.
Leymanns Folgerung daraus: „Psychoterror am Arbeitsplatz ist sowohl aus menschlichen als auch aus betriebswirtschaftlichen Gründen untragbar.“ Erfahrungsgemäß werden Männer wie Frauen meist von ihresgleichen gemobbt, weil aufgrund der geschlechtsspezifischen Aufteilung des Arbeitsmarktes Männer häufiger mit Männern und Frauen häufiger mit Frauen zusammenarbeiten. Nach Berufsgruppen geordnet, waren Angestellte des Öffentlichen Dienstes, besonders des Bildungswesens, und Mitarbeiter in multinationalen Konzernen wesentlich häufiger von Mobbing betroffen, als Mitarbeiter in kleineren und mittleren Unternehmen bzw. in Familienbetrieben. In seinem grundlegenden Buch „Mobbing - Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann“ gibt Leymann die folgende Definition für Mobbing:
Ist Mobbing neu oder nur eine Variante bisheriger Verhaltensweisen? Die Geschichte menschlicher Verhaltensweisen zeigt uns, daß von jeher Menschen gedemütigt, verfolgt, ausgeschieden, „an den Rand gestellt“, vernichtet wurden, wenn sie nicht den Verhaltensmustern des Zeitgeistes der jeweiligen Majorität entsprachen. Gründe konnten äußerliche Merkmale sein wie Rasse, Hautfarbe, körperliche Auffälligkeiten bis hin zu Behinderungen, andere als die üblichen Religionsformen und Lebensanschauungen. Denken wir in den letzten Jahrhunderten nur an das Haut- und Rassenproblem zwischen Weiß und Schwarz, Weiß und Rot, an Verfolgungen wegen unterschiedlicher religiöser Gewohnheiten bis hin zu den Verbrennungen auf den Scheiterhaufen von sog. Hexen, Häretikern und sonstigen Menschen, die von der üblichen Norm abwichen. Arten des Angriffs auf andere Menschen Leymann stellt in seinem oben genannten Buch 5 Arten von Angriffen auf andere Menschen vor:
Heilkundlich gesehen und im Laufe der Zeit besonders gravierend sind vor allem die Angriffe auf die Gesundheit, jedoch wirken sich alle genannten Angriffe nicht nur in zwischenmenschlichen und beruflichen Störungen, sondern letztlich auf die körperliche und seelische Stabilität aus. Leymann führt dazu selbst aus:
Beispiele für gesundheitliche Schäden durch Mobbing Mobbingopfer klagen nach einer gewissen Zeit, in denen sie dem Mobbing ausgesetzt waren, häufig über unspezifische Symptome, die nicht unbedingt an entsprechende Auswirkungen des denken lassen. Dazu gehören:
Die Erfahrung zeigt aber auch, daß sogar Selbstmordversuche bis hin zu Selbstmorden durch Mobbing möglich sind, aber auch psychiatrisch-neurologische Symptome entstehen können, z. B.:
Gibt es Möglichkeiten, sich gegen Mobbing schützen? Auf der Betriebsebene bieten sich vorbeugende Maßnahmen und frühes Eingreifen in sich aufbauende Mobbing-Vorgänge an, verbunden mit pädagogischen und psychologischen Hilfen wie Gesprächen, Absprachen, Schlichtungsverfahren. Auf der Ebene der Mitarbeiter geht es darum, gegenseitiges Verständnis zu wecken, bessere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu entwickeln, klare Kompetenzen zu setzen, Mitarbeiter bei ihrer Arbeit anzuerkennen und zu ermutigen, Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen. Für den einzelnen Mitarbeiter im Betrieb ist es nötig, folgende Persönlichkeitsmerkmale zu entwickeln und zu fördern, um Mobbing zu verhindern:
Mobbing-Situationen haben Hintergründe, die sowohl in der Charakterstruktur als auch der bisherigen Lebensgeschichte zu finden sind. Das gilt sowohl für die Mobber als auch deren Opfer. Sie können nur entstehen, wenn die Menschen ein gestörtes Verhältnis zu sich selbst und zu anderen Menschen haben; Minderwertigkeitsgefühle, Unausgeglichenheit, Kontaktstörungen, Überheblichkeit, Neid, Missgunst, Rivalität spielen erfahrungsgemäß eine große Rolle. Das kann mit der eigenen Angst um den Arbeitsplatz zusammenhängen, einem Mangel an Anerkennung, Bestätigung und Lob, einem Übermaß an Kritik, vor allem abwertender Art. Dazu dürfte bei denen, die mobben, ein gewisses Maß an Ethik und letztlich auch religiöser Einstellung und Verantwortung fehlen. Ulrike Brommer schreibt zu dieser Thematik in Ihrem Buch „Mobbing - Psychokrieg am Arbeitsplatz und was man dagegen tun kann“ hierzu: „Mobbing-Situationen können nur deshalb entstehen, weil
Das heißt mit anderen Worten: Körperliche und seelische Verletzungen von Menschen, Gewaltanwendungen bis hin Quälereien und Folter sind nur möglich, wenn niemand da ist, der sich für ein gewaltfreies, menschliches und ethisches Verhalten der Menschen untereinander einsetzt. Kann jedermann zum Opfer des Mobbing werden? In der Fachliteratur wird diese Frage bejaht. Aus tiefenpsychologischer Sicht ist allerdings zu erwarten, daß einerseits in den Tätern eine gewisse Aggression gegen andere Menschen, andererseits in den von ihnen gewählten Menschen eine Opfer- und Märthyrerhaltung angelegt ist; eine moralisch strenge Erziehung, körperliche und/oder seelische Verletzungen, erzwungene und übertriebene religiöse Verhaltensweisen, wirtschaftliche und politische Krisen, der Zeitgeist oder auch Traumata aus Zeiten früherer Inkarnationen können eine Rolle spielen. Wie dem auch sei, wir dürfen davon ausgehen, daß solche und ähnliche „Programme“ erkannt und bewältigt werden können, gegebenenfalls mit psychologisch-psychotherapeutischer Hilfe. Eine besondere Rolle können Verwünschungen oder sogar Flüche spielen, um anderen Menschen zu schaden. Nun, wie leicht geht es manchen Menschen von der Zunge, Worte zu sagen wie:
Aber es gibt andererseits auch Möglichkeiten, sich schützen zu lernen. Gebete, Lichtmeditationen, spirituelle Heilkräfte können helfen und sogar „Wunder wirken“. In diesem Zusammenhang sei auf mein Buch „Wenn die Seele den Körper nicht gesunden läßt“ hingewiesen, das 2007 in 6. Auflage erschien (332 S., 35 Abb., € 19.90, Ebertin-Institut Edition, 75 323 Bad Wildbad). |
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