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Der Verdrängung auf der SpurLeseprobe/Auszug
Der Tu-Anima-Bildertest (TUA-Test) Der Arzt und Maler Dr. Heinrich Reich, dessen Foto nebenstehend abgebildet ist, entwickelte in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts aus einem Experiment mit moderner Malerei heraus einen tiefen-psychologischen Test. Reich hatte sich seinerzeit meditativ auf Ursymbole der Menschheit im Sinne der Archetypen, wie C. G. Jung sie nannte, eingestellt. Dazu gehörten Symbole wie Lebensflamme, Sonne, Mond, Alpha, Omega, Schlange, Kind, Ring, Distel, Ähre. Hieraus entstanden Gemälde, die aus einer Art der Innenschau zu abstrakten Bildern gestaltet worden waren. Reich äußerte dazu:
Erste Begegnungen mit dem TUA-Test Die Reich`schen Seelenbilder lernte ich erstmals auf den „Arbeitstagungen für kosmobiologische Forschung“ in Aalen kennen, die von meinem Vater, Reinhold Ebertin (1901 – 1988), 1949 ins Leben gerufen und viele Jahre geleitet wurden. H. Reich trat in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts dort mehrfach als Referent auf, und ich, damals noch Schüler, dann Student und später Mitarbeiter im Ebertin-Verlag und auf den Tagungen, hörte mir die Reich`schen Vorträge an und betrachtete fasziniert die mit Hilfe von Dias vorgeführten Seelenbilder. Ich begann damals zu ahnen, daß der Tu-Anima-Bildertest auch für mich als künftigem Psychologen ein wichtiges Instrumen-tarium für meine beabsichtigte berufliche Tätigkeit als Psycho-therapeut mit Klienten und Patienten werden könnte und experimentierte von den ersten Semestern an damit. Mein Interesse ging dann so weit, daß ich über die Seelenbilder und meine Erfahrungen damit meine Vordiplom-Arbeit an der Münchner Universität schreiben wollte. Aber damals war die Zeit für einen derartigen sogenannten Projektionstest, der letztlich auf Meditation gründete und auch astrologische Symbolik mit einschloß, noch nicht reif. Die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als ich in Freiburg und München studierte, galt alles, was mit Tiefenpsychologie und Grenzgebieten unseres Wissens zu tun hatte, noch als mysteriös und unwissenschaftlich, und dazu gehörte auch die Meditation. Bilder, die aus der Innenschau heraus entstanden waren und als tiefenpsychologischer Test dienen sollten, konnten deshalb für damalige Verhältnisse nichts sein, was der wissenschaftlichen Forschung und Praxis wert gewesen wäre. Unter diesem Gesichtspunkt war es schon sehr mutig, daß Professor Dr. Hans Bender, damals an der Universität in Freiburg lehrend, es riskierte, Anfang der fünfziger Jahre in Freiburg das „Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene“ zu gründen, das bis heute führend auf dem Gebiet der Parapsychologie tätig ist und internationale Anerkennung gefunden hat. Reich war mit seiner künstlerischen und tiefenpsychologischen Forschung der Zeit weit voraus. Seine Arbeit wurde damals mehr in Kreisen weiterverfolgt, die über den Rahmen der anerkannten wissenschaftlichen Disziplinen hinaustreten wollten. Dazu gehörte u. a. auch Professor Hubert Urban, der damalige Leiter der Psychiatrisch-Neurologischen Klinik an der Universität Innsbruck, wo Reich Erfahrungen mit den Testprotokollen psychiatrischer Patienten gewinnen konnte und wo ich während meines schon erwähnten Praktikums an dieser Klinik ebenfalls mit dem TUA-Test wie auch mit den Kosmogrammen der Patienten diagnostisch arbeitete. Anfang und Ende Die nachstehenden beiden Testbilder entstanden aus der Meditation auf die beiden griechischen Buchstaben Alpha und Omega. Sie stehen für den Anfang und das Ende einer Idee, einer Aufgabe und für den Abschluß, das Ende eines Vorhabens.
Wird das Symbolbild Alpha als sympathisch gewählt, läßt sich daraus schließen, daß die Testperson bereit ist, etwas Neues zu beginnen, auch wenn „aller Anfang schwer“ sein sollte. Wird das Alpha-Symbol abgelehnt, dann zeigen sich noch Unsicherheit und Zögern, und der richtige Augenblick für eine Initiative kann vertrödelt und letztlich verpaßt werden. Wird das Symbolbild Omega als sympathisch gewählt, ergibt sich daraus das Bestreben, anstehende Aufgaben zuende zu bringen, sie zu vollenden. Wird dieses Symbolbild abgelehnt, dann ist ein wichtiger Entwicklungsprozeß noch nicht abgeschlossen, die Versuchsperson ist noch auf dem Wege, bleibt möglicherweise auch in ihren Lösungsversuchen stecken. Gegenwart und Vergangenheit Die Gegenwart wird durch das Symbol „Stehende Säule“ reprä-sentiert. Sympathie für diese Symbolkarte ist dann so zu inter-pretieren, daß „hier und jetzt“ die anstehenden Aufgaben und Probleme angegangen werden wollen. Es besteht also die Bereitschaft, „den Stier bei den Hörnern zu fassen“.
Wird die „Stehende Säule“ als unsympathisch erlebt, dann werden gegenwärtige Aufgaben und Chancen nicht oder nur ungern wahrgenommen, mit anderen Worten, der „Aufruf zu neuen Ufern vorzudringen“, wird wahrscheinlich verschlafen. Wird in der Testsituation das Symbolbild „Gebrochene Säule“ als sympathisch erlebt, dann läßt sich daraus schließen, daß der Klient oder Patient bereit ist, Rückschau auf die bisherige Vergangenheit zu nehmen, sich zu besinnen und zu erinnern. Dabei kann es sein, daß frühere Erlebnisse und Erfahrungen noch nachschwingen, vielleicht sogar im tiefsten Innern „brodeln“, aber sie wollen nochmals nacherlebt und verarbeitet werden. Wird jedoch die „Gebrochene Säule“ abgelehnt, dann will jemand mit seiner Vergangenheit nichts mehr zu tun haben. Frühere körperliche und seelische Verletzungen, Traumata, werden dann in die tiefsten Seelenschichten verdrängt, ohne nachträglich aufgearbeitet werden zu wollen. Eine der körperlichen Folgen davon kann sein, daß im Laufe der Zeit erhebliche Herz- und Kreislauf-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angst-zustände bis hin zu rheumatischen Schmerzen entstehen.
Das Symbol „Schlange“ und die Reifungsprozesse Jeder von uns hat sicher schon Situationen erlebt, die zunächst unangenehm und beunruhigend waren; aber nach einiger Zeit konnte erkannt werden, daß ein wichtiger Reifungsprozeß für die Persönlichkeitsentwicklung anstand. Wird in der Testsituation das Symbolbild der Schlange als sympathisch erlebt, läßt sich erwarten, daß die Bereitschaft besteht, einen Wandlungsprozeß anzunehmen und auch durchzustehen. Wird dagegen das Schlangensymbol abgelehnt, dann muß davon ausgegangen werden, daß die Versuche zu Veränderungen, eventuell gravierenden und zunächst schmerzenden Veränderungen, zunächst noch zum Scheitern verurteilt sind, weil die nach einer „Häutung“ vorläufig noch besonders empfindliche und verletzbare Haut nicht eingerissen werden soll. Was kann diagnostiziert werden? Nach dem gegenwärtigen Stand der TUA-Diagnostik können die folgenden Persönlichkeitsbereiche erfasst werden:
Der Tu-Anima-Bildertest besteht aus 36 Symbolbildern, von denen in der Testsituation 12 sympathische und 12 unsympathische ausgewählt werden sollen. Von den sympathischen soll dann das sympathischste, von den unsympathischen das unsympathischste gewählt werden. Aus diesen Wahlen und vor allem ihrer Kombination miteinander, ergibt sich ein tiefenseelisches Profil, das die übliche Anamnesenaufnahme und Psychodiagnostik bis hin zur heilkundlich-psychologischen Beratung und Psychotherapie wesentlich erweitern hilft. |
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