Das karmische Gedächtnis – Reinkarnation und neues Bewusstsein

Leseprobe aus:

Ebertin, B. R.

Das karmische Gedächtnis - Reinkarnation und neues Bewusstsein

4. Auflage 2002, Verlag Ebertin-Institut Publikationen

 

An der Schwelle stehen - zwischen Erdgebundenheit und Erlösung (S. 22f.)

In unserer Zivilisation wird heute vieles dafür getan, den individuellen Tod hinauszuzögern, auch wenn es nur darum geht, die körperlichen Funktionen eines deutlich vom Tode gezeichneten Menschen noch eine Zeitlang zu erhalten.

Am wichtigsten scheint ein Gewinn an Lebenszeit zu sein, und sei es nur für wenige Monate, Wochen oder Tage, und das in einer Zeit hoher Lebenserwartung, die in den westlichen Ländern bei über 70 Lebensjahren liegt, gut doppelt so hoch wie in früheren Jahrhunderten.

Das heißt mit anderen Worten, daß der Sterbende länger als vielleicht sinnvoll - von unserer Seite aus gesehen - an der Schwelle zwischen hier und drüben gehalten wird und nicht "hinübergehen" kann oder darf.

Vielleicht nehmen wir aber auch nur an, wir könnten mit unseren medizinischen und technischen Methoden Leben länger als bisher möglich erhalten und übersehen dabei den tiefen Sinn des Abschiednehmens zwischen Sterbenden und Hinterbliebenen.

Es könnte aber auch sein, daß die aus dem Bewusstsein verdrängten Gedanken um den Tod durch längere Sterbephasen den Übergang

von einer Seinsweise zur anderen vorbereiten helfen sollen.

Wer der Auffassung ist, daß mit diesem Leben "alles vorbei" sei, wird sein Leben so lange als nur möglich erhalten wollen, auch wenn es mit erheblichen Einschränkungen verbunden sein sollte. Solche Menschen wollen nicht in ein angebliches bodenloses, alles Leben zerstörendes Nichts fallen und sind deshalb zu vielerlei Kompromissen an das Leben bereit.

Ganz anders wird der Tod für Menschen sein, die von der Unsterblichkeit der Seele oder sogar von der Reinkarnation überzeugt sind. Sie erleben Geburt und Tod als Übergangsphasen von einer Seinsweise in eine andere, als Entwicklungsprozesse auf der Wanderschaft von hier nach drüben in die andere Welt oder von drüben nach hier in das irdische Leben.

Die in diesem Buch angesprochene Thematik kann sicher mit dazu beitragen, die Unsicherheit vor dem unbekannten Tod und angeblich damit verbundenen Schmerzen und Ängsten zu nehmen.

 

Das große Warum (S. 27ff.)

Jeder von uns wird da und dort schon über sein bisheriges Schicksal nachgedacht haben, vor allem dann, wenn mit dem Verstand schwer nachvollziehbare Ereignisse eintraten. Der Verlust von nahestehenden Menschen durch Krankheit, Unfall, Operation, Tod; eigene Krankheiten oder Operationen; Trennung oder Scheidung von Menschen, die wir einst liebten, beruflich bedingte Ortswechsel, Belastungen, Fehlschläge bis hin zum heute immer mehr um sich greifenden Mobbing in den Behörden und Betrieben; durch Politik und Krieg erzwungene Entwurzelungen wie Vertreibung, Flucht, Emigration.

Wenn es uns gut geht und alles seinen erwarteten positiven Verlauf nimmt, halten wir es kaum für nötig, irgendeine Form von Rückschau zu halten. Dann hat ja unser Erfolg mit unserer Intelligenz, Planung, Vorausschau und richtigen Strategie zu tun - wie wir annehmen!

Was uns also innehalten und unser bisheriges Leben rückwirkend betrachten lässt, das sind die unangenehmen, belastenden, schlimmen, schmerzenden, und in die Frustration und Resignation treibenden Erlebnisse und Ereignisse bis hin zu Überlegungen, mit dem bisherigen Leben "Schluß zu machen", "den Löffel wegzuschmeißen".

Wir könnten annehmen, daß es einen tieferen Sinn habe, wenn wir "nicht mehr aus noch ein wissen", "aus dem Konzept gerissen" werden, ratlos sind, uns Fragen stellen wie zum Beispiel: "Warum stößt gerade mir so etwas zu?"

1948/48 fiel mir "zufällig" das Buch von S. Roland in die Hand mit dem Titel: "Das große Warum - Roman um eine Weltanschauung". Wenn ich es mir genau überlege, führte dessen Inhalt mich zu meinem im Laufe der Jahre immer mehr gewachsenen Interesse an dem Thema Reinkarnation und auch zum Schreiben des vorliegenden Buches.

Geschildert wird in diesem Buch, wie eine Familie und einige Beziehungspersonen schicksalhaft durch mehrere Inkarnationen hinweg miteinander verbunden waren. Mittelalterliche Gewalt eines Ritters gegenüber Tieren, untergebenen Menschen, Frau und Kind wird geschildert. Nach seinem gewaltsamen Tod - seine Leibeigenen hatten in letzter Verzweiflung an seine Burg Feuer gelegt und ihn auf diese Weise verbrannt - versuchte der Vater seinen Sohn vom Jenseits her zu manipulieren, damit dieser gegenüber seinen Bauern genau so brutal handeln sollte, wie er zu seinen Lebzeiten.

Besonders beeindruckend war für mich, daß eine der Romanfiguren in der Lage war, Menschen in frühere Leben zurückzuführen und ihnen auf diese Weise zu helfen, ihr gegenwärtiges Leben besser zu verstehen und alte schicksalhafte Verknüpfungen aufzulösen.

Als ich das Manuskript für die erste Auflage dieses Buches vorbereitete und ergänzte, sah ich mich veranlasst, das seit vielen Jahren in meinem Bücherschrank stehende "Warum" erneut zur Hand zu nehmen, es noch einmal zu lesen und mich zu fragen, warum es mich in meiner Jugendzeit im tiefsten Inneren beeindruckte. Wie ich erkannte, war es nicht nur der Gedanke der Reinkarnation, sondern auch der Hinweis, daß aus dem Horoskop eines Menschen Hinweise auf frühere inkarnative Verflechtungen zu erkennen seien.

Da ich selbst seit Jahrzehnten meine psychotherapeutische und heilkundliche Arbeit mit dem Geburtsbild meiner Patienten und Klienten verbinde und dazu auch die kosmischen Rhythmen in der Form von sogenannten Transiten, Sonnenbogen-Direktionen und Progressionen in Diagnostik und Therapie einbeziehe, kann ich die Vorstellungen des oben genannten Autors gut nachvollziehen.

In der Tagespresse können wir häufig Berichte von besonders tragischen Schicksalen lesen. Auch aus der psychotherapeutischen Arbeit wurde ich immer wieder mit Lebensgeschichten konfrontiert, die als außergewöhnlich bezeichnet werden können und die Frage nach dem Warum solcher Abläufe wach werden lassen.

 

Fragen an die eigene Wissenschaft (S. 31f.)

Zu den heutigen Psychotherapiekonzepten gehört die Annahme, daß das Krankheitsbild eines Patienten, sei es körperlicher und/oder seelischer Art, sich aus seiner bisherigen Lebensgeschichte und seiner Vergangenheit "zwischen gestern und Geburt" ableiten lassen müsse. Herangezogen werden dazu das im Laufe des bisherigen Lebens entstandene Vater- und Mutterbild, der Erziehungsstil im Elternhaus, die religiöse Ausrichtung, die Zeitverhältnisse und bestimmte Erlebnisse und Erfahrungen in der frühen bis späten Kindheit, der Jugend bis hin zum inzwischen erreichten Lebensalter.

...

Die eigene heilkundliche und psychotherapeutische Erfahrung zeigt jedoch immer wieder, daß es Symptome körperlicher und seelischer Art gibt, die sich trotz intensiven Suchens nicht aus bisherigen Erfahrungen in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter ableiten, verstehen oder gar behandeln lassen.

Dazu gehören vor allem körperliche Beschwerden und Schmerzen ohne klinischen Befund, wonach der untersuchte Patient gesund sein müsste, sich aber nicht so fühlt. Seelische Nöte aus der Furcht vor bestimmten Situationen, Gegenständen, Menschen, Tieren oder undefinierbare und mit dem Verstand nicht erfassbare Ängste und damit verbundene Vermeidungshalten gehören ebenfalls zu den belastenden Symptomen, deren Hintergründe wir mit den üblichen Methoden der Psychologie, Tiefenpsychologie und Psychotherapie nur begrenzt oder gar nicht erfassen können.

In solchen und ähnlichen Fällen können die Methoden des Rebirthing (Nacherleben der Geburt) und der Reinkarnations-Therapie eine wichtige Ergänzung zu den üblichen Methoden der Psychotherapie sein. Das vorliegende Buch gibt faszinierende Einblicke in die Möglichkeiten dieser erst seit wenigen Jahrzehnten bestehenden Behandlungsform.

 
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