Der Tu-Anima-Test als psychosomatische Ergänzung zur Oberon-Methode

Dr. phil. Baldur R. Ebertin, Diplom-Psychologe, Heilpraktiker

A. Einige Vorbemerkungen

Wer kennt sie nicht, die Röntgen-Diagnostik? Vor über 110 Jahren, 1895,  entdeckte der Physik-Professor Wilhelm Conrad Röntgen (1845 – 1923) die X-Strahlen, die später mit seinem Namen verbunden wurden und ihm 1901 den ersten Nobel-Preis für Physik einbrachten. Seine Entdeckung lebt bis heute fort und wurde vor rund 40 Jahren erweitert durch die Computer-Tomographie (CT), einem speziellen Röntgenverfahren, das Querschnittsbilder verschiedener Körperregionen liefern kann. Die CT wurde 1957 von A. MacLeod und Cormack entwickelt und 1967 durch Godfrey N. Hounsfield in die Medizin eingeführt.

Bereits seit 1903 kennen wir die Ableitungen von Herzströmen durch das Elektro-Kardiogramm oder EKG (Willem Einthoven) und seit 1924 das Elektro-Enzephalogramm oder EEG  (Hans Berger). Die genannten diagnostischen Methoden sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.

Die Entwicklung der Quantenphysik und die in den letzten Jahren ständig gewachsenen Rechnerkapazitäten der Computer ermöglichen seit 1990 eine vor allem schonende und gefahrlose Form der Diagnostik und Therapie. Sie ergibt sich aus der Erkenntnis, feinste Schwingungen des Körpers, seiner Organe und Zellstrukturen messen und in aussagekräftige Bilder umsetzen zu können.

Äußere und innere Störungen der individuellen Schwingungen verändern im Laufe der Zeit die Funktionsfähigkeit der Organe und Organsysteme, sei es durch Alterung, mangelnde Bewegung, einseitige Ernährung, Umwelteinflüsse, Medikamente mit gravierenden Nebenwirkungen bis hin zu Unfällen, Operationen, degenerativen Krankheiten, z. B. Diabetes und Krebs.

So konnte der russische Professor Dr. Vladimir Nesterov über die vor allem von ihm entwickelte Oberon-Methode und das daraus entstandene Diagnosegerät (1990) schreiben:

„... Jedes Organ und jede Zelle haben ihre eigene, nur für sie spezifische Schwingung, die im Computerspeicher aufgezeichnet und auf dem Monitorbild als ein bestimmtes Schaubild gezeigt werden kann, das die Bedingungen des Informationsaustausches des Organs oder des Gewebes widergibt. Jeder pathologische Prozeß hat auch nur ein ihm eigenes individuelles Schaubild ...“ „Wir horchen sozusagen in den Körper hinein. Das Wirbelmagnetfeld spielt in der Informationsübertragung und der Wechselbeziehung zwischen den biologischen Systemen eine wichtige Rolle.“

Das von Professor Nesterov konzipierte und in den letzten Jahren ständig in seinen Funktionen erweiterte Oberon-System, das ursprünglich aus der Raumfahrt-Forschung entstand,  ermöglicht  relativ  schnelle  und im Vergleich zu anderen  Methoden eine für den Patienten angenehme und kostengünstige Diagnose und Behandlung. Während der Diagnose und Therapie  muß vom  Patienten nur  ein  Kopfhörer  aufgesetzt werden, der die Gehirn-, Organ-, Gewebe-, Lymph- und Blutschwingungen aufzeichnet und sichtbar werden läßt.

Gegenüber den in der Heilkunde bewährten Methoden wie z. B., Tastbefunde, Blut- und Urinprobe, Iris-Diagnostik und Akupunktur, gewinnen wir mit dem Nesterov`schen bioenergetischen Analysesystem eine zusätzliche, hochwirksame und für Behandler und Patienten gleichsam sichtbar und nachvollziehbar werdende Untersuchungs- und Behandlungsmethode.

Die Patienten können also am Bildschirm des Monitors die diagnostischen und therapeutischen Aufzeichnungen des Gerätes über ihre körperliche Verfassung auf Wunsch mitverfolgen. Das schafft bei ihnen Interesse, Vertrauen und Einsicht in die für die Gesundung notwendigen heilkundlichen Maßnahmen.

Natürlich bleibt es bei der Diagnostik nicht bei der Betrachtung einzelner Körperregionen; vielmehr ist es im Sinne einer Feindiagnose möglich, an die in den Organen und Zellen liegenden Ursachen, beispielsweise von Allergien, gestörten Stoffwechsel-Funktionen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen  bis hin zu den unterschätzten Reaktionen auf Nebenwirkungen von Medikamenten wie Betablocker, Schmerz- und Schlafmitteln, Psychopharmaka, zu stoßen und dann mildernd bis auflösend zu wirken.

B. Die Homotoxin-Lehre von H.- H. Reckeweg

Wer mit der Homotoxin-Lehre von Hans-Heinrich Reckeweg (1955), dem Gründer der Fa. Heel in Baden-Baden, vertraut ist, wird es besonders schätzen, daß er bei der Anwendung der Oberon-Diagnostik auf eine Sechs-Phasen-Einteilung möglicher körperlicher Störungen und Krankheiten stößt, die der Homotoxin-Lehre verwandt ist.

Reckeweg bezieht sich in seinem klassisch gewordenen Buch „Homotoxikologie – Ganzheitsschau einer Synthese der Medizin“ (1) auf den österreichischen Biologen Ludwig von Bertalanffy, der sich vor allem mit den Gebieten Physiologie, Biophysik und Krebsforschung beschäftigte und den Begriff vom „Fließgleichgewicht“ lebender Systeme prägte (2, 3). Reckeweg schrieb darüber (4):

„Der Mensch ist ein Fließsystem (v. Bertalanffy), dessen Fließgleichgewicht durch Toxine gestört wird. Die (evtl. fieberhaften) Abwehrmaßnahmen gegen Toxine sind dabei das, was wir als Vergiftungen, d. h. gemeinhin als Krankheiten bezeichnen. Ganz allgemein lassen sich die als Vergiftungen bezeichneten Abwehrmaßnahmen gegen Gifte unterteilen in
1. Ausscheidungsvorgänge - 2. Ablagerungsvorgänge, 3. Entartungsvorgänge.“

Diese 3 grundlegenden Abläufe im Organgeschehen des menschlichen Körpers untergliederte Reckeweg in sechs Phasen des dynamisch ablaufenden Krankheits- und Regenerations-Programms, die er 1955 zur Homotoxin-Lehre verdichtete.

Die ersten drei Phasen vom gesunden in den kranken Zustand lassen bei biologisch sinnvoller Behandlung eine Rückkehr in den Bereich der Gesundheit zu. Wenn sich das Krankheitsgeschehen weiter entwickelt, entsteht eine Grenze, von Reckeweg als „Biologischer Schnitt“ bezeichnet, deren Überschreitung eine Regeneration der Organsysteme fraglich bis unmöglich macht.

1. Exkretionsphasen    –    2. Reaktionsphasen    –    3. Depositionsphasen
 ------------------------------    Biologischer Schnitt    ------------------------------
4. Imprägnationsphasen – 5. Degenerationsphasen – 6. Neoplasmaphasen

Die jenseits des „Biologischen Schnitts“ liegenden drei Phasen lassen den Patienten zwar immer noch überleben, aber seine Funktionsfähigkeit wird zunehmend eingeschränkt, vor allem bei den degenerativen, präcancerösen und cancerösen Prozessen.

C. Die sechs Phasen der Oberon-Methode

Wer mit den Geräten der Oberon-Methode arbeitet, findet ebenfalls sechs Phasen der körperlichen Funktionen vom Status der Gesundheit oder relativen Gesundheit bis hin zu gravierenden bis lebensbedrohenden Phasen des Organismus.Das Oberon-System unterscheidet:

  1. Das Niveau der latenten funktionalen Aktivität (Das Fließgleichgewicht)
  2. Das Niveau der optimalen Regelung (der Körper bewältigt „Angriffe“ von Toxinen auf seine normalen Funktionen)
  3. Die Verschiebung in eine Krankheitsrichtung mit gesteigerter Abwehr.
  4. Abschwächung der körperlichen Regulationsmöglichkeiten
  5. Kompensationsversuche des Körpers mit zunehmend erschwerter Regeneration
  6. Übergang in kaum noch rückführbare Krankheiten, Krebsphasen.

Beiden Gliederungen ist gemeinsam, daß es einesteils Verschlimmerungen der Krankheiten gibt (Reckeweg spricht von progressiven Vikariationen), andernteils Regeneration möglich ist (Reckeweg spricht von regressiven Vikariationen), sofern heilungsfördernde Maßnahmen ergriffen werden.

Die Oberon-Diagnostik ermöglicht es, die feinsten Schwingungen der Organe bis in die Zellstrukturen zu erfassen und damit den gegenwärtigen Zustand der körperlichen Funktionen zwischen Gesundheit und Krankheitsphasen zu diagnostizieren.

Das ist aber nur die eine Seite des Systems; die andere Seite ist, daß gestörten und krankhaften Organ- und Zellschwingungen gleichsam harmonische und  die  Gesundheit fördernde Schwingungen aufmoduliert werden und dadurch der Regenerationsprozeß erheblich gefördert werden kann.

Aber was geschieht, wenn ein Patient von seinem Bewusstsein her zwar wieder gesund werden will, aber aus unbewussten Gründen nicht oder nicht mehr gesund werden kann? In solchen Fällen sind der gesundheits-orientierten Behandlungen Grenzen gesetzt.

D. Psychogene Blockaden gegen den Gesundungsprozeß

Es scheint eine Binsenwahrheit zu sein, daß ein kranker Mensch wieder gesund werden will; schließlich ist Gesundheit mit einer ganzen Reihe von Vorteilen verbunden. Denken wir nur an die Möglichkeiten, die eigenen Kräfte einzusetzen, ein optimistisches Lebensgefühl zu entwickeln, berufliches Fortkommen zu erstreben, eine Familie zu gründen, Interessen und Freude an schöpferischen Tätigkeiten zu pflegen.

Aber auch Krankheiten können neben den damit verbundenen Beschwerden, Schmerzen, Einschränkungen der Lebensqualität, auch gewisse Vorteile bieten: Verwöhnt werden, bemitleidet werden, als besonders schwieriger Fall angesehen werden, sich von eingegangenen Verpflichtungen lösen, Hilfen in Anspruch nehmen, finanzielle Vorteile erreichen usw.

Darüber hinaus können Krankheiten aber auch mit Vermeidungshaltungen, einer Opfer- und Märthyrerhaltung, unbewussten Strafbedürfnissen, der Annahme oder Bewältigung von Schuldgefühlen verbunden sein, um nur einige Beispiele zu nennen.

An solche und ähnliche Hintergründe aufgetretener Beschwerden, Behinderungen, Schmerzen, Krankheitsprozesse kommen wir im allgemeinen mit den bisher erwähnten Methoden selten oder gar nicht heran; denn manche Patienten wissen selbst nicht, was in ihnen vorgeht und können es deshalb bei der Aufnahme der bisherigen Lebens- und Krankengeschichte deshalb nicht berichten. Auch dem Behandler bleibt oft Vieles von den Stimmungen und Gefühlen, unbewussten Vorgängen im Seelenleben seiner Patienten verschlossen.

E. Ein Blick in die Tiefen der menschlichen Seele – mit dem TUA-Test

Die Psychodiagnostik (5) begann mit dem von dem Psychiater Hermann Rorschach (1884 – 1922) erschienenen Formdeut-Test mit ein- und mehrfarbigen Klecksbildern, dem Rorschach-Test (1920). Im Laufe der Jahre entstanden eine Fülle weiterer Tests unter  verschiedenen Aufgabenstellungen.

Die psychologisch-psychotherapeutische Erfahrung zeigt uns, daß manche Patienten nur skizzenhaft über ihre bisherige Lebens- und Krankengeschichte berichten können, weil sie noch gar nicht erkennen konnten, was alles in den tiefen Schichten ihres Unbewussten vor sich geht. Dazu gehört, zwar einerseits wieder gesund werden wollen, es aber andererseits nicht können.

An dieser Stelle bietet sich ergänzend zur Oberon-Diagnostik der von dem Arzt und Maler entwickelte Tu-Anima-Test (TUA-Test) an (6), der in den letzten Jahren zu einem noch mehr differenzierten tiefenpsychologischen und psychosomatischen Test erweitert werden konnte (7, 8).

Bei der Anwendung dieses Tests muß von den Testpersonen, seien sie Klienten oder Patienten, nichts geleistet,  gezeichnet  oder  sonst wie  gestaltet  werden;  Sie werden in ihrem Gefühl, ihrem Gespür, wie man bayrisch sagen würde, angesprochen. Aus 36 abstrakten Bildern sollen 12 sympathische und 12 unsympathische gewählt werden, 12 „schöne“ und 12 „hässliche“, und letztlich soll noch das sympathischste und das unsympathischste Bild genannt werden. Die neutralen 12 Bilder werden zur Seite gelegt. Die in ihnen liegende Symbolik ist gegenwärtig nicht wichtig. Die aus den 36 Symbolkarten zu treffende Auswahl ist alles, was vom Patienten zu „leisten“ ist.

Heinrich Reich
Heinrich Reich

H. Reich begann um die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts damit, sich meditativ auf Ursymbole der Menschheit, im Sinne der Archetypen, wie C. G. Jung  sie nannte, einzustellen. In der Meditation auf Symbole wie Lebensflamme, Sonne, Mond, Alpha, Omega, Schlange, Kind, Ring, Distel, Ähre entstanden Gemälde, die aus einer Art Innenschau zu abstrakten Bildern gestaltet worden waren.

Im Laufe der Jahre gewann Reich aus der Art der Reaktionen seiner Patienten auf seine Bilder den Eindruck, daß er mit ihnen einen tiefenpsychologischen Test geschaffen hatte. Seine  reichen  Erfahrungen  mit  dem Test  legte Reich in einer Reihe von Veröffentlichungen nieder, besonders in seinem Buch „Seelenbilder – Strukturanalyse  der  Seele  durch  gegenstandsfreie Bilder“   In seinem Beitrag „Durchleuchtung der Seele“ (9) führte Reich dazu aus:

„Während der Intellekt sich der Worte und Begriffe bedient, muß die Seele zu Symbolen greifen, um Unsagbares verständlich zu machen. Solche Symbole finden sich in der Astrologie als Planeten- und Tierkreiszeichen, zum Beispiel Sinnbilder für das Aggressive (Mars), das Joviale (Jupiter), das Mütterliche (Mond) oder ein Quadrat für eine Spannung und ein Trigon für eine Harmonie. Andere Symbole sind etwa „Ring“ für eheliche Partnerschaft oder „Messer“ für gewaltsame Trennung oder „Herz“ für Liebe ...

Sollte es möglich sein, diese seelischen Strukturen, wie sie sich in Symbolen ausdrücken, in gegenstandslosen Farb-Form-Komplexen darzustellen, so müsste auch der Versuch gelingen, durch Wahl oder Ablehnung solcher Bilder auf Grund von Sympathie oder Antipathie auf seelische Haltungen zu schließen.

Es wurden gegenstandslose Bilder gemalt in der festen Absicht, einen besonderen Bestandteil des Innenlebens darzustellen. Demut oder Stolz, Koketterie oder Mütterlichkeit, Freiheit oder Zwang, nur mit Farben und Linien, also modern im besten Sinn. Tatsächlich hat sich experimentell in hunderten von Versuchen  an  Menschen  jeglichen   Alters,   Geschlechts   und  Bildungsgrades erwiesen, daß aus diesen gegenstandslosen Bildern, unbewusst natürlich, gefühlsmäßig und vielleicht sogar spielerisch, diese in den Bildern heraus-meditierten Symbole erkannt werden.

Wie im Röntgenbild der innere Aufbau, die Größe und Lage von Organen und Fremdkörpern zur Darstellung kommt, so müssen sich also in diesen Röntgenbildern der Seele durch die Wahl nach Zuneigung oder Abneigung Schlüsse auf die Struktur der Seele ziehen lassen.“

Einige Symbolbilder und deren Interpretation können zeigen, wie sich verborgene Seiten der menschlichen Seele dem Behandler öffnen lassen.

F. Deutungsbeispiele zum psychosomatischen Verständnis

1. Die Seelenbilder „Stehende Säule“ und „Gebrochene Säule“

Die Zeit spielt im menschlichen Leben erfahrungsgemäß eine große Rolle, seien es die Vergangenheit mit bisherigen Erlebnissen und Erfahrungen, die Gegenwart mit dem erreichten Reifungsstand, die Zukunft mit den auf sie gerichteten Sehnsüchten, Wünschen und Motivationen. Diese drei Zeiten sind im TUA-Test erfasst. Als Beispiele werden nachstehend die Symbolbilder für die Vergangenheit und die Gegenwart gezeigt und deren Deutungsgehalt offengelegt:

Wird in der Testsituation das Symbolbild „Gebrochene Säule“ als sympathisch erlebt, dann läßt sich daraus schließen, daß der Patient bereit ist, Rückschau auf seine bisherige Vergangenheit zu nehmen, sich zu besinnen und zu erinnern. Dabei kann es sein, daß frühere Erlebnisse und Erfahrungen noch nachschwingen, vielleicht sogar im tiefsten Innern „brodeln“, aber sie wollen nochmals angesehen und verarbeitet werden.

Wird die „Gebrochene Säule“ abgelehnt, dann will der Patient mit seiner Vergangenheit nichts mehr zu tun haben. Frühere Traumata werden in die tiefsten Seelenschichten verdrängt, ohne nachträglich aufgearbeitet werden zu wollen. Eine der Folgen hieraus kann sein, daß im Laufe der Zeit Herz- und Kreislauf-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Angstzustände bis hin zu rheumatischen Schmerzen entstehen.

Symbol Gebrochene Säule
Symbol Gebrochene Säule
Symbol Stehende Säule
Symbol Stehende Säule

Das als unsympathisch abgelehnte Symbol „Stehende Säule“ vermittelt den Eindruck, daß die Gegenwart nicht akzeptiert, „der Kopf in den Sand gesteckt“ werden will, günstige Gelegenheiten übersehen, vertrödelt werden oder ungenutzt bleiben.

2. Das Symbol „Schlange“ und die Reifungsprozesse

Symbol Schlange
Symbol Schlange

Jeder von uns hat sicher schon Situationen erlebt, die zunächst unangenehm und beunruhigend waren; aber nach einiger Zeit konnte erkannt werden, daß ein wichtiger Reifungsprozeß für die Persönlichkeitsentwicklung anstand, ähnlich einer Krankheit wie Röteln, Masern oder Scharlach, nach deren natürlicher Überwindung sich eine Häutungs- und Regenerationsphase ergab.

Solche Häutungsphasen können sich körperlich, seelisch, auch symbolisch zeigen. Was den TUA-Test angeht, verbindet sich damit das Symbol der Schlange. Diese muß bekanntlich von Zeit zu Zeit ihre alte, harte und zu klein gewordene Haut abstreifen und der neuen, zunächst noch weichen Haut weichen.

Wird dieses Symbol als sympathisch gewählt, dann wird damit deutlich, daß eine Phase der Veränderung, der Wandlung, der Erneuerung ansteht und auch angenommen werden will. Der Tiefenpsychologe C. G. Jung würde in einem solchen Fall den Wunsch nach „Individuation“, Selbstwerdung, erkennen.

Das abgelehnte Schlangensymbol läßt vermuten, daß gegenwärtig ein Reifungsprozeß abgelehnt wird, der Patient von irgendwelchen anstehenden Veränderungen nichts wissen will und es bevorzugt, die „alte Haut“ zu behalten und bisherige Verhaltens-weisen fortzusetzen: Der Mensch ist bekanntlich  ein „Gewohnheitstier“!

Die bisherigen Lebensumstände gelten dann als bekannt, frei von irgendwelchen Verpflichtungen zur Veränderung, es will im „alten Trott“ weitergelaufen werden, so wie der berühmte „alte Karrengaul“.

3. Das Symbol der Lebensflamme

Dieses Symbol steht für die Einstellung zum eigenen Leben und der Erhaltung dieses Lebens. Wird es als sympathisch gewählt, wird das Leben mit seinen täglichen Aufgaben bejaht. Wird es abgelehnt, muß darauf geschlossen werden, das die Lebensfreude erheblich gedrückt ist.

4. Das Symbol der Sonne

Damit werden Lebenskraft, Konstitution, Körper, Herz, Blutkreislauf, Vitalität erfasst. Die sympathische Wahl läßt auf den Wunsch schließen, gesund, vital, stark, den Anforderungen des Lebens gewachsen zu sein.

Wird das Sonnensymbol abgelehnt, muß vermutet werden, daß alles, was mit der Konstitution, dem Blutkreislauf, der ganzen Gesundheit zusammenhängt, eingeschränkt oder sogar blockiert ist. Der Patient kann trotz bester Therapie nicht gesund werden!

G. Welche Persönlichkeitsbereiche können mit dem TUA-Test erfasst werden?

Die bisherigen über 50jährigen Erfahrungen mit dem Tu-Anima-Test zeigen, daß die nachfolgenden Persönlichkeitsbereiche damit erfasst werden können:

  • Wie stehen die Menschen zu sich selbst?
  • Wie stehen sie zu ihrer Mitwelt?
  • Die Individuelle Einstellung zu Gesundheit und Krankheit
  • Wille und Leistung, Erfolg und Misserfolg
  • Aggression und Wut, Verzeihung und Versöhnung
  • Die Welt der Phantasien und Ideen
  • Verzicht und Trauer
  • Leben und Tod
  • Religiöse Einstellung
  • Das Leben und Erleben von Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit

Wie in allen anderen Gebieten der Diagnostik und Therapie muß der Behandler über die Literatur und die seminaristischen Schulungen hinaus eigene Erfahrungen im Umgang mit der Symbolik des Tests und deren Verständnis sammeln. Die bisherige Lebens- und Krankengeschichte der Patienten, verbunden mit der Diagnostik und Therapie mit der Oberon-Methode, lassen eine wertvolle tiefenseelische Ergänzung und damit ein besseres und umfassenderes Verständnis für die Patienten erwarten.

H. Zusammenfassung

Der TUA-Test kann als ein sprachfreier Projektionstest angesehen werden. Die 36 Symbolkarten wirken allem Anschein nach auf die unbewussten Seelenschichten der Betrachter. Die Gefühle für die Bilder im Sinne der Sympathie, der Antipathie, der Neutralität lassen die 12 sympathischen und 12 unsympathischen Bilder auswählen, deren symbolischer Inhalt der gegenwärtigen Seelenhaltung entspricht.

Es werden die Symbole als sympathisch erlebt, mit deren Inhalt sich der Patient identifizieren kann, sei es im Sinne von Wünschen, Sehnsüchten, Motivationen.

Dagegen werden die Symbole als unsympathisch erlebt, mit deren Inhalt sich Angst, Vermeidungshaltungen, Verdrängungen bis hin zu unbewussten Todeswünschen oder gar Selbstmordneigung verbinden.

Was als neutral erlebt wird, hat gegenwärtig keine Bedeutung, der Betrachter kann mit dem dahinter stehenden Symbolinhalt nichts anfangen. Das kann sich jedoch bis zu einer weiteren Testaufnahme auch ändern.

Mit Hilfe des Tu-Anima-Bildertests, der vor allem bei tiefenseelisch ablaufenden Prozessen und psychosomatischen Beschwerden diagnostisch optimal ist, kann die Oberon-Methode noch mehr als bisher dazu beitragen, die Ursachen der gestörten und lebensblockierenden körperlichen Beschwerden zu erkennen und ausheilen zu helfen.

Literatur

  1. Reckeweg, H.-H., Homotoxikologie – Ganzheitsschau einer Synthese der Medizin.      Baden-Baden 1975.
  2. Bertalanffy, L. v., Das biologische Weltbild. 1940
  3. Bertalanffy, L. v., Biophysik des Fließgleichgewichts. 1953.
  4. Reckeweg, a.a.O., S. 50.
  5. Rorschach, H., Psychodiagnostik. Methodik und Ergebnisse eines wahrnehmungs-     diagnostischen  Experiments (Deutenlassen von Zufallsformen). Bern 1920.
  6. Reich, H., Seelenbilder. Strukturanalyse der Seele durch gegenstandsfreie Bilder.      Lehrbuch des TUA-Testverfahrens und einer experimentellen Malerei. Zürich 1960.
  7. Ebertin, B. R., Im Dialog mit der Seele – Hilfe zur Selbsthilfe mit dem Tu-Anima-      Bildertest´. Freiburg/Br. 1995.
  8. Ebertin, B. , Schlüssel zum Geheimnis der Seele – mit dem Tu-Anima-Bildertest.      Bad Wildbad 2006.
  9. Reich, H., Durchleuchtung der Seele, in Ztschr. Der Psychologe (Hrsg. G. H.     Graber), H 6, Bd 3, Bern 1951.
 
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