Sexualstörungen bei Frauen

Über den sexuellen Missbrauch von Mädchen im Säuglings- und Kleinkindalter besteht allem Anschein nach eine hohe Dunkelziffer. Auch wenn die damit verbundenen Traumata in der Mehrzahl der Fälle tief in das Unbewußte verdrängt wurden und damit kaum noch erinnerbar sind, können sich die damaligen Erlebnisse – sei es mit älteren Brüdern, Onkels, Vätern und Pflegevätern wie auch sonstigen Personen gravierend auf die erotisch-sexuelle Entwicklung auswirken.

Sexueller Missbrauch von Mädchen bis hin zu Vergewaltigungen führt in vielen Fällen zu schwerwiegenden Blockaden für eine gesunde Erotik und Sexualität und gravierenden Konsequenzen in der Partnerschaft und Ehe. Hierzu einige Beispiele:

A. Anorgasmus

Die Unfähigkeit zur erotisch-sexuellen Erfüllung, zum Orgasmus, kann mit einer Reihe von Hintergründen zusammenhängen:

  • Tabuierte Erziehung im Elternhaus
  • Ecclesiogene Neurose (aus falschem Religionsverständnis entstandene Verhaltensweisen
  • Entdecktwordensein bei Masturbation mit nachfolgender Moralisierung und evtl. Bestrafung
  • Verhinderung einer Intimsphäre in Kindheit und Jugend
  • Voyeurismus des einen oder anderen Elternteils, Beobachtung und Überwachung von Reinigungs- und Badeszenen
  • Vergewaltigungssituationen im Elternhaus
  • Schmerzhafte Erlebnisse bei Koitus-Situationen
  • Selbstbestrafung wegen irgendwelcher Schuldgefühle: „Ich habe es nicht verdient, Lebensfreude zu erleben!“

B. Schwangerschafts-Depression

Bewusster und/oder unbewusster Hintergrund kann sein, daß die Schwangerschaft aus verschiedenen Gründen nicht oder nicht erwünscht war, sei es wegen Enttäuschungen mit dem Partner, sei es wegen der zeitweisen Aufgabe der Karriere.

C. Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen

Hintergründe können körperliche Beschwerden, z. B. häufige Kopfschmerzen, Migräne, Schwächezustände oder auch die erlebte oder verdrängte Ablehnung des Partners sein.

D. Pharmaka

Die meist regelmäßig genommenen Antikonzeptive (Antibabypillen) wirken in der Mehrzahl der Fälle erfahrungsgemäß dämpfend auf erotisch-sexuelle Bedürfnisse.

E. Therapie

Eine kombinierte heilkundliche und psychologisch-psychotherapeutische Begleitung oder Behandlung ist erfolgversprechend.

 
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